Organisationskomitee lichtete Waldstück
Nun schon zum vierten Mal trafen sich rund 25 Ehrenamtliche aus dem Kirchzartener Organisationskomitee des "Black Forest ULTRA Bike Marathons", Mitteleuropas größter Mountainbikeveranstaltung, an einem Samstagmorgen zu einer beispielhaften Naturschutzaktion. Im Waldgebiet jenseits der Rappenecker Hütte pflegten sie mit Sägen und Schneidegeräten ein Waldstück durch gezielte Einzelbaumentnahme und kleinflächige Jungwuchsentfernung. Sie schufen so eine naturnahe Lichtung, die besonders dem Auerhuhn zugute kommt. Seitdem 2004 in bestem Einvernehmen mit den Naturschutzbehörden Teile der Ultra-Bike-Strecke aus Auerhuhngebieten verlegt wurden, machen sich die Verantwortlichen der Marathonveranstaltung auch in der Pflege von Biotopen für das Auerwild nützlich.

Zu Beginn der diesjährigen Aktion erklärte Rudi Suchan, der Leiter der Abteilung Wildökologie in der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg (FVA), den engagierten Mountainbikern die Bedeutung des Auerhuhns "als Teil des Schwarzwaldes". Der fünf bis sechs Kilo schwere Vogel sei vor allem in Skandinavien beheimatet. In Deutschland komme er in Höhen über 800 Metern und vor allem im Schwarzwald vor. Er gehöre zur Familie der Raufußhühner, könne sich mit seinem kugeligen Körper gut an kaltes Klima anpassen und bleibe deshalb auch im Winter hier im Schwarzwald. Seine Hauptnahrung in der kalten Jahreszeit wären Tannennadeln, die von Magensteinen zerrieben würden. Um Energie zu sparen, würden sich Auerhühner im Winter kaum bewegen. Deshalb sei es unbedingt notwendig, dass Wintersportler wie Schneeschuh- oder Tourengeher unbedingt auf vorgeschriebenen Wegen blieben. Jedes Aufschrecken und Flüchten koste das Auerhuhn ungeheure Energie.
Nach der Balzzeit - balzende Hähne griffen übrigens alles Fremde um sich herum an - würde die Henne zwischen acht und zwölf Eier legen, aus denen nach rund 28 Tagen Brutzeit die 30 bis 40 Gramm schweren Küken schlüpften. Die müssten sich bis zum Herbst drei bis vier Kilo anfuttern, um den Winter zu überleben. Fressen und nicht selbst gefressen werden, laute ständig die Tageslosung für die Kleinen. Gerade die inzwischen hohe Fuchsdichte im Schwarzwald sei für die jungen Auerhühner eine große Gefahr. Im Schwarzwald gäbe es rund 100 Flächen, in denen Auerhühner lebten. Ihre Zahl werde hier auf insgesamt 600 bis 700 geschätzt. Das Auerhuhn gehöre als Symbol zum Schwarzwald, erklärte Suchan und forderte eine "Allianz fürs Auerhuhn", in der Naturschützer ebenso wie Sportler zusammenarbeiten müssten.
Der dann folgende Arbeitseinsatz im Gelände wurde vom zuständigen Revierförster Philipp Schell, Diplom-Forstwirt Stefan Bächle von der FVA und dem Diplom-Biologen Horst Pethig, der Umweltbeauftragter im Ultra-Bike-Organisationskomitee ist, geleitet. Dank der Sielmann-Stiftung kamen die "ehrenamtlichen Auerhuhn-Experten" nach getaner Arbeit zu einem zünftigen Vesper in der Rappenecker Hütte zusammen.
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